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7th nov. (2001)

18_rgb_2001_7th-november_01_lessebo_28.jpg

Einzelnes 35mm Diapositiv,
mit Ton, 23 Min.

Das Setting von 7th Nov. – die Rückprojektion eines Dias, ein dunkler Raum, eine Stimme aus dem Off – nimmt mit Dunkelheit, Licht und fotografischem Bild die kinematografische Präsentationsform auf und bringt sie zugleich zum Stillstand. In einem kontinuierlichen Monolog erzählt Marcus, der Cousin des Künstlers, von dem Ereignis, das sein Leben für immer verändern sollte: An einem 7. November tötete er durch einen Unfall seinen Bruder mit einem Schuss. Beim Versuch, die Waffe zu sichern, lud Marcus versehentlich eine Kugel – es löste sich ein Schuss, mit dem sein Bruder tödlich getroffen wurde. Die Narration ist frei von Selbstmitleid oder Anschuldigungen. In einem rasanten, schwer verständlichen britischen Dialekt wird der Vorfall erzählt, als wäre der Sprecher schon tausendmal darüber befragt worden. Der lebendige Bericht – eine Lawine von Worten und Emotionen – weckt innere Bilder. Wie um von diesem Strudel nicht weggerissen zu werden, bietet das projizierte Bild einen Halt und verknüpft die akustische Linearität mit einem visuellen Fixpunkt: Es zeigt den liegenden Marcus, wobei in der extremen Verkürzung nur seine rasierte Schädeldecke von hinten zu sehen ist. Über die Rundung des Kopfes verläuft eine Narbe, aber wie es zu dieser Verletzung kam, ist eine andere Geschichte, die nicht erzählt wird.