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Bear (1993)

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16mm Schwarzweissfilm, übertragen
auf Video, ohne Ton, 10 Min. 35 Sek.,
Endlosprojektion

Bear, Steve McQueens erstes Werk, entstand noch während seines Studiums am Goldsmiths College in London und leitet die formalistische Ästhetik seiner frühen, tonlosen Schwarzweissfilme ein. Dem kinematografischen Vokabular von experimenteller Kameraführung, überraschenden Einstellungen und kontrastreichen Montagen wird dabei besondere Aufmerksamkeit gewidmet. In Bear liefern sich zwei nackte Männer einen Nahkampf, dessen Ambivalenz sich zwischen Aggression und Kameradschaftlichkeit, erotischem pas de deux und Balgerei bewegt. Nahaufnahmen tasten das Gesicht des Künstlers und dasjenige seines Gegners ab. Mit Schuss und Gegenschuss, herausfordernden Blicken und Bewegungen wird eine bedrohliche Spannung aufgebaut, die sich in Lachen und freundschaftlicher Umarmung auflöst, um gleich wieder in ein verbissenes Ringen umzukippen. Das Licht formt die nackten Körper weich und plastisch, mal erscheinen die Männer als weisse Silhouetten vor dem dunklen Hintergrund oder werden von den gleissenden Scheinwerfern ausgeblendet. Aus einer tiefen Perspektive folgt die Kamera den rotierenden Bewegungen und elastischen Sprüngen in Zeitlupe, wodurch man in das Geschehen einbezogen wird.