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drumroll (1998)

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Dreikanal-Farbvideoprojektion,
mit Ton, 22 Min. 1 Sek.,
synchronisierte Endlosprojektion

Zunächst löst die Dreifachprojektion mit ihren kaleidoskopisch rotierenden Bildern und dem ohrenbetäubenden Lärm eine grosse Konfusion aus. Die zwei seitlichen Bilder drehen in einander entgegengesetzte Richtungen, im mittleren Bild schweift die Bildwelt vertikal vorbei. Der Künstler präparierte für Drumroll eine Öltonne mit drei Kameras, die aus drei Öffnungen filmten. Diese Konstruktion rollte er durch die Strassen von Manhattan. Einige aufblitzende Details verraten den Standort der Aufnahmen: Links und rechts rotieren wie in einer Waschmaschine Autos auf einer verkehrsreichen Strasse, unverkennbare gelbe New Yorker Taxis, Abfalleimer, polierte Marmorsockel, Baugerüste, elegante Schaufenster, worin sich der Künstler mit dem rollenden Fass spiegelt. Die Menschen, die im Gleichschritt neben der Tonne hergehen, scheinen wie im Hamsterrad um die Achse zu wirbeln. Das mittlere Bild saust von den Hochhäusern hinunter zum Asphalt der Strasse und wieder hoch zum Himmel. Die Passanten werden vor der anrollenden Wucht durch den Künstler gewarnt, «excuse me, excuse me!», dringt ab und zu durch den Trommelwirbel («drumroll») der Metallwalze auf dem Asphalt. Mehrere Male wird die Strassenseite gewechselt. Am Ende stellt McQueen die Tonne auf: Rechts wird es schwarz und links ist plötzlich der Himmel zu sehen. Der Spaziergang, zwar im Kontinuum projiziert, hat ein distinktes Ende.