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End Credits (2012)

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Sequenz aus gescannten Dokumenten,
digitalisiert, mit Ton, Endlosprojektion

Eine der jüngsten Installationen in der Ausstellung ist dem afroamerikanischen Sänger, Schauspieler und Aktivisten Paul Robeson (1898 – 1976) gewidmet. Die abertausend Seiten des Dossiers, das während der McCarthy-Ära vom FBI in minutiöser und jahrelanger Überwachung seines Lebens erstellt wurde, ziehen in einer beinahe sechsstündigen Projektion auf der Leinwand vorbei. Die stark zensierten, mittlerweile öffentlich zugänglichen Dokumente werden von Frauen- und Männerstimmen vorgelesen. Visuelles und Akustisches sind rasch gegeneinander verschoben – dies macht gewissermassen das Ausmass dieses vom Körper und Leben losgerissenen Überwachungsapparats sichtbar. Anstatt einen Spielfilm zu drehen, entschied sich Steve McQueen, dem Civil-Rights-Aktivisten mit einem «Abspann» («End Credits») zu seinem Leben ein Monument zu setzen und die Hintergründe seiner politisch motivierten Diskriminierung, Marginalisierung und Überwachung ans Licht zu bringen. Nach seinen Erfolgen in der Filmindustrie in den 1930er-Jahren wandte sich Robeson zusehends einem politisch-sozialen Engagement zu. Sein Einsatz für die Rechte von Arbeitern und Schwarzen, eine Reise in die Sowjetunion und seine öffentlichen Auftritte im Ausland und in den USA machten ihn sowohl zu einer der am meisten gefeierten Figuren der afroamerikanischen Bewegung wie auch zu einer Bedrohung für die paranoid antikommunistische, konservative amerikanische Politik im Kalten Krieg.