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Exodus (1992/1997)

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Super 8mm Farbfilm,
übertragen auf Video, ohne Ton,
1 Min. 5 Sek., endlos

Exodus zeigt in nur einer Minute und fünf Sekunden eine in sich geschlossene, aufs Minimum reduzierte Narration mit Charakteren, Handlungsablauf, Anfang und Ende. Zwei Männer bahnen sich einen Weg durch die Menge in East London. Ihre auffällige Erscheinung wird gekrönt von zwei Kokospalmen, die sie mit sich tragen und deren Wedel über ihren Köpfen wippen. Die Kamera folgt der Route der beiden Männer, verliert aber den einen, als beide die Strasse überqueren. Das Duo findet auf der anderen Strassenseite wieder zusammen, um in einen typischen roten Londoner Doppeldeckerbus zu steigen. Die Kamera fixiert das Fahrzeug, bis sich am Rückfenster die zwei Figuren mit ihren Palmen abzeichnen. Offenbar haben die Männer gemerkt, dass sie gefilmt werden, denn einer dreht sich um und winkt lachend der Kamera zu. Das körnige Bild, die wackelnde Bewegung der Handkamera und die Blicke der Passanten verraten den dokumentarischen und spontanen Charakter dieser Aufnahme. Um sich im Blick durch die Linse zu üben, hatte der Künstler immer seine Super-8- Kamera dabei und fing so diese Szene 1992 ein, stellte die Arbeit jedoch erst Jahre später aus.

Im biblisch anmutenden Titel klingt der Auszug der Israeliten aus Ägypten an. Als ideale Metapher von Migration und Diaspora passt das Bild der beweglichen, exotischen Topfpflanze, die einen Fremdkörper darstellt und gleichzeitig in ihrer Mobilität Lebendigkeit ins Bild bringt.