September
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
28
29
30
31
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30

Giardini (2009)

08_rgb_jf08_2009_giardini_05_300_crop_lessebo_37.jpg

35mm Farbfilm, übertragen auf
HD-Digitalformat, mit Ton, 30 Min. 8 Sek.,
Zweikanal-Videoprojektion

Mit Giardini vertrat Steve McQueen 2009 Grossbritannien an der Biennale in Venedig. Der Film bezieht sich spezifisch auf den Ort der Erstpräsentation: Es sind Aufnahmen aus dem grossen Park mit den Länderpavillons, den «Giardini», wo die Kunstausstellung alle zwei Jahre im Sommer stattfindet. Die Doppelbildprojektion zeigt kahle Bäume bei nassgrauem Wetter, Konfetti am Boden sind Spuren des berühmten Karnevals im Februar. Es ist Winter, die Zeit, in der die «Giardini» und die leer stehenden Pavillons ihrem eigenen Schicksal überlassen sind. Fiktion und Dokumentation vermischen sich in diesen Bildern, wie etwa in der Inszenierung der Greyhounds, die vor den leeren Pavillons streunen und das Gefühl der Verlassenheit betonen. Die Parallelität der Doppelprojektion lässt eine Bildkohärenz erwarten, die aber durch schwarze Lücken und ungleiche Bildpaare enttäuscht wird.

Die Kamera registriert in fixen Einstellungen, was an ihr vorbeizieht. Tag und Nacht wechseln sich wie in einem Zeitraffer ab. Detailaufnahmen vom Mikrokosmos – Käfer auf Ästen, ein Wurm am Boden – sind mit weitschweifenden Blickachsen entlang der Alleen verbunden. Menschen tauchen nur selten auf: hier zwei Männer bei einer anonymen Begegnung in der Nacht, dort der Rauch einer Zigarette im Schatten. Begleitet wird die ruhige Bildfolge von Geräuschen aus der Umgebung: Kirchenglocken, das Geplätscher von Regen, aus der Ferne das Gejohle von Fussballfans.