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Girls, Tricky (2001)

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Farbvideo, mit Ton, 14 Min. 47 Sek.,
Endlosprojektion

Der Film ist dem charismatischen Musiker Adrian Thaws, genannt Tricky, gewidmet. Der Mitbegründer der aus Bristol ausgehenden Musikrichtung Trip-Hop nimmt im Studio einen Song über das Aufwachsen ohne Vater auf, die Band steuert einen scheppernden Beat dazu bei. Die Kamera ist mit Tricky zusammen in der engen Kabine fast auf Körperkontakt. Der Künstler ist hoch konzentriert und meistert eine stimmliche und körperliche Performance von höchster Intensität. Mit den Worten «das war gut, das machen wir gleich noch mal» löst er nach dem ersten Take den Bann und verrät die Präzision und Kontrolle, die er im scheinbaren Trancezustand über die Musik behält, um sich gleich darauf wieder seinem Sprechgesang hinzugeben, der wie ein kraftvoller innerer Monolog daherkommt. Der Betrachter nimmt Teil an einem Ursprungsmoment künstlerischen Schaffens, dessen energetische Wucht überwältigend ist. Dynamik und Spannung halten sich während der gesamten Dauer des Videos, das in seiner rohen Ästhetik so ganz anders als gewöhnliche Musikclips ist. Diese Hommage an den kompromisslosen Musiker und Performer kommt nicht von ungefähr von einem Künstler wie Steve McQueen. In einem Interview mit McQueen sagt Tricky: «Ich habe immer vielmehr die Seelen der Leute erreichen wollen als deren Ohren.» Eine Entsprechung dazu findet sich in den filmischen Arbeiten von Steve McQueen, die nicht nur für die Augen bestimmt sind, sondern den ganzen Menschen affizieren.