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Gravesend (2007)

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35mm Farbfilm, übertragen
auf HD-Digitalformat, mit Ton,
17 Min. 58 Sek.

Der Film Gravesend ist dokumentarisch angelegt und konzentriert sich auf den Abbau und die Weiterverarbeitung von Coltan, einem kostbaren Erz, das für die Herstellung unter anderem von Handys und Laptops verwendet wird. Der Film springt zwischen zwei Orten hin und her: Hier die technologisierte, automatisierte und menschenleere westliche Endproduktion, eine Industrieanlage, wo das aus dem Coltan gewonnene Edelmetall Tantal zu Teilchen für die Mikroelektronik verarbeitet wird. Dort die Schürfer, die mit einfachen Schaufeln oder blossen Händen mitten im Kongo das Erz aus der Erde klauben, waschen und auf Blättern sammeln. Während sich im Urwald die Klumpen kaum vom Dreck und Schutt am Boden unterscheiden, wird das Metall in der Industrie in nüchterner Umgebung auf das Milligramm genau abgewogen und gegossen. Der Realismus der Filmbilder wird unterbrochen von einer Sequenz, die den Fluss Kongo als Animation in Schwarz und Weiss zeigt. Die schlängelnde Form weckt Assoziationen an Vernetzung und Kommunikationsfluss, untermalt von einem Geraune, das an die Tausende von Stimmen im Mobiltelefonnetz erinnert. Coltan wird mittlerweile zu einem extrem hohen Preis gehandelt und stellt einen der grossen finanziellen Faktoren für die bewaffneten Auseinandersetzungen der Miliz in der Demokratischen Republik Kongo dar, die in einem Jahrzehnte andauernden Bürgerkrieg schon mehrere Millionen Menschenleben gekostet haben.