illuminer (2001)

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Farbvideo, mit Ton, 15 Min. 13 Sek.,
Endlosprojektion

Auf einem Bett mit weissen Laken streckt sich eine Gestalt aus, die Hände im Nacken verschränkt, die Füsse in Richtung Kamera. Diese spontane Aufnahme, die Steve McQueen mit einer einfachen Digitalkamera in Paris in einem Hotelzimmer machte, evoziert einen Effekt von Voyeurismus und Isolation dieses im Hotelzimmer liegenden Menschen. Das flackernde Licht und der Sprechfluss eines Kommentators verraten, dass am Bettende ein Fernsehgerät steht: Es läuft eine französische Sendung über die Ausbildung amerikanischer Spezialeinheiten für den Einsatz in Afghanistan. Die Helligkeit im an sich dunklen Hotelzimmer verändert sich mit dem Fernsehbild. Die auf dem Fernsehgerät stehende Digitalkamera filmt den auf dem Bett liegenden Künstler. Dieser zeichnet sich nur als dunkle Kontur eines Körpers auf den weissen Kissen ab, sichtbar gemacht durch die Abstrahlung der Leuchtröhre des Fernsehgeräts. Die wechselnde Beleuchtung macht dem Autofokus der Digitalkamera zu schaffen beim Versuch, Helligkeit und Schärfe einzustellen. Das Bild zur Fernsehsendung bleibt unsichtbar und nur Fetzen des englischen Originaltons oder darübergelegte französische Kommentare sind verständlich. Das auf den passiven Zuschauer im Bild abgestrahlte Licht spielt mit der Frage, wie «erhellend» die vermittelten Informationen und der Zugriff auf eine externe Realität sein können.