Lynching Tree (2013)

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Steve McQueen
Lynching Tree, 2013
Leuchtkasten mit Farbdiapositiv
85,4 × 105 × 13 cm

Das neuste Werk „Lynching Tree“ (2013) wurde von Steve McQueen für die Ausstellung in Basel geschaffen und zeigt einen Ort, der Schauplatz einer grausamen Vergangenheit ist. Zu sehen ist ein Baum in der Nähe von New Orleans, an dem früher Sklaven erhängt wurden. Am Boden um den Baum herum befinden sich Gräber der Gelynchten. Die Arbeit steht in Verbindung zur neusten Filmproduktion des Künstlers mit dem Titel „Twelve Years a Slave“ die voraussichtlich diesen Herbst in den Kinos anlaufen wird. Wie auch in seinen Video- und Filminstallationen findet Steve McQueen in seinen Werken für das Kino filmische Einstellungen, worin erzählerische Passagen zu einzelnen Bildern von höchster Eindringlichkeit verdichtet werden. Entsprechend ist „Lynching Tree“ ein fotografisches Standbild, das für eine ganze Geschichte zu sprechen vermag. Der Film erzählt einen wahren Bericht, basierend auf dem gleichnamigen Buch von Solomon Northup, einem freien Bürger von New York, der 1841 wegen seiner Hautfarbe entführt und als Sklave an eine Baumwollplantage in Louisiana verkauft wurde. Nach zwölf Jahren Zwangsarbeit und körperlicher Misshandlung wurde er befreit und mit seiner Familie wiedervereinigt. All dies gibt der fotografierte Baum in „Lynching Tree“ natürlich nicht zu erkennen. Weiss man aber um die Geschichte, öffnet sich der Vorhang zur Vergangenheit und offenbart sich die ganze Abgründigkeit hinter dem auf den ersten Blick so unscheinbaren Motiv.