Dezember
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
27
28
29
30
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31

running thunder (2007)

16_rgb_2007_running-thunder_wv02_lessebo32.jpg

16 mm Farbfilm, ohne Ton,
11 Min. 41 Sek., Endlosprojektion

Auf einer grünen Wiese liegt ein Pferd, dem durch den ausschnitthaften Blick der Kamera eine besonders starke bildhafte Wirkung zukommt. Die Grashalme bewegen sich im Wind, eine Fliege kreist um das Tier und krabbelt auf seinem Augapfel – das Pferd bewegt sich nicht. Schon bald fällt auf, dass die offenen Augen nie blinzeln, dass der Schweif die Fliege nicht verscheucht, dass die Flanken sich nicht im Atemrhythmus heben und senken. Das Pferd ist tot. Der Körper lag offensichtlich schon da, als sich die Kamera darauf richtete. Das durch Zeit und Handlung bestimmte Medium Film trifft auf ein statisches Motiv – was im Gegensatz steht zum Titel Running Thunder («Rennender Blitz»), der an Geschwindigkeit, Pferdrennen und Stärke denken lässt. In der Frühzeit der Fotografie wurde dem Motiv des galoppierenden Pferds, dem Bewegungsablauf der Schritte besondere Aufmerksamkeit zuteil, etwa in der Chronofotografie von Eadweard Muybridge. Hier aber verharrt das Pferd in der Unbeweglichkeit, quasi als Stilleben (sprechend nature morte auf Französisch). Das tote Tier ist der Zeit schon enthoben, wird durch seine Präsenz im Film jedoch wieder in die Zeit eingeschrieben.